Portfolio

Portfolio

Portfolios – die Ordnung der Dinge

Das Portfolio tritt als äußere Anforderung an die Lernenden heran. Diese Anforderung kann aber nur durch innere Beteiligung sinnvoll erfüllt werden. Es ist letztlich eine Arbeitsform, wo sich allgemeine Vorgaben und persönlich gestaltetes Erfüllen nicht ausschließen, sondern ergänzen, ja sogar wechselseitig befördern.

Im Portfolio zerfällt die strenge Aufgabenstellung – etwa das Thema einer Seminararbeit – in eine Reihe unzusammenhängender Einzelaufgaben. Doch gerade deshalb ist ein strukturierendes Prinzip erforderlich, besteht der Zwang zu einer inneren Logik, welche nur die Persönlichkeit der Lernenden garantieren kann. Die diffuse Aufgabenstellung erzwingt also besondere Anstrengungen der Ordnung, welche allerdings auch nicht so weit getrieben wird, dass sie den Gegenständen eine ihnen unnatürliche Systematik aufzwingen könnte. Die Ordnung der Dinge ist eben nicht alleine in den Dingen zu finden, sondern hängt auch von denen ab, die die Dinge ordnen.

Damit kehrt die Beschäftigung mit den Dingen wieder zu ihrem Ausgangspunkt, zum lernenden Subjekt zurück. Das ist genau, was es zu erreichen gilt, nämlich die Subjektivität der Lernenden mit den Objekten des Lernens in Beziehung zu bringen, in einer Weise, dass die Lernenden immer wieder in die Lage kommen, die „Herrschaft“ (die Frauschaft) über den eigenen Lernprozess wieder herzustellen.

Dass dies nötig ist, weiß jeder, der bereits die Irritation durch grundlegende neue Erfahrungen erleben konnte.

(Definition nach Werner Wintersteiner, ide Zeitschrift für den Deutschunterricht in Wissenschaft und Schule, 1/02, S. 43)